Barrierefreie Küchen für mehr Individualität und selbstbestimmtes Kochen

posted am: 12 Mai 2023

Bei Barrierefreiheit wird oft an das Bad gedacht, doch sollte auch die Küche entsprechend gestaltet sein. Denn nur dann ist eine Wohnung für Menschen mit körperlichen Einschränkungen komfortabel nutzbar. Auch ältere Menschen sollten über die Umgestaltung nachdenken, besonders dann, wenn ohnehin ein Umzug ansteht. Spätere Änderungen sind mit zusätzlichem Aufwand verbunden und nicht alle Möglichkeiten lassen sich ausschöpfen.
 

Barrierefreie Küchen sind behinderten- und rollstuhlgerecht, funktional und ergonomisch. Nur so ist es möglich, den Anforderungen gerecht zu werden und den veränderten Perspektiven. In den Fokus rücken die Möbel, die Elektrogeräte, die Spüle und die Arbeitsplatte. Ein gutes Platzmanagement ist die Grundlage für die Planung. Auch bei der Umgestaltung einer bereits vorhandenen Küche muss überlegt vorgegangen werden. Küchenprofis haben einen Blick für die sich verändernden Anforderungen an die Funktionalität des Raumes. Dazu gehört, dass die Arbeitsplatte optimal in der Höhe und teilweise unterfahrbar ist. Noch besser ist es, wenn eine Fläche flexibel absenkbar ist. Auch die Oberschränke, falls vorhanden, sollten sich absenken lassen können. Die Ablageflächen für die Küchengeräte müssen genau durchdacht sein. Statt Flügeltüren werden Schiebetüren verwendet, um Platz zu sparen. Auch Sicherheit ist wichtig. Eventuell ist der eine oder andere Handlauf zu installieren. Ein Auffahrschutz ist notwendig, falls ein Rollstuhlfahrer zum Haushalt gehört.
 

Kochen ist eine kreative Tätigkeit, für die Freiraum benötigt ist. Barrierefreie Küchen sollten deshalb großzügig geschnitten sein, damit für den Rollstuhl oder den Rollator genügend Platz zum Rangieren ist. Nur so kann die unterfahrbare Spüle auch benutzt werden bzw. bei Arbeiten im Sitzen Beinfreiheit erreicht werden. Die Spüle braucht deshalb einen Unterputzsiphon. Eine gute Alternative zu herkömmlicher Unterschränken sind Rollcontainer. Auch das Kochfeld sollte absenkbar sein. Individuell nach Bedarf anpassbare Module ermöglichen es der ganzen Familie, die Einrichtung gemeinsam zu nutzen. Mit einem Induktionsfeld sinkt die Unfallgefahr, denn die Hitze ist weg, sobald der Topf heruntergenommen wird. Es sind also durchaus nicht nur große, sondern auch kleine Anpassungen, die den Raum zum Kochen besser nutzbar machen.
 

Die Anordnung von Spüle, Herd, Schränken und Arbeitsgeräten sind nicht zu unterschätzen. Ergonomie spart Aufwand. Wenn etwas mit wenigen Bewegungen getan werden muss, sollten die Abläufe beobachtet und entsprechend optimiert werden. Soll der Raum rollstuhlgerecht sein, dürfen Einbaugeräte nicht zu hoch eingebaut sein. Kaffeevollautomat oder Mikrowelle lassen sich sonst nicht erreichen. Hier kann auch mit Schubladenauszügen gearbeitet werden. Lichtschalter und Steckdosen sollten möglichst unterhalb der Arbeitsfläche integriert sein, damit sie vom Rollstuhlfahrer erreichbar sind. Es ist empfehlenswert, sich von einem Küchenprofi beraten zu lassen. Er ist in der Lage anhand der baulichen Gegebenheiten die ideale Kombination an Einrichtung und Maßanfertigungen zusammenzustellen.

 

Weiterführende Informationen hierzu können Sie beispielsweise auf der Webseite Daniel Kreis finden.

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